Tourenleitung und Bericht: Martha Hofberger und Elisabeth Oswald
Tag 1: Los ging´s mit der Auffahrt der Hochwurzen-Gipfelbahn auf den Hochwurzen mit einer Höhe von 1.849 Meter. Bei bestem Wanderwetter überschritten wir in 7 Stunden und im stetigen Auf und Ab den Hochwurzen – Höhenweg. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen wurde die Giglachseehütte (1.955 m), das Etappenziel des ersten Tages, erreicht. Da die Hütte direkt am Giglachsee liegt, lud das kühle Nass nach dem ersten Bier die Teilnehmer zu einer kurzen Schwimmeinlage ein.
Tag 2: Nach dem Frühstücksbuffet ging es frühmorgens vorbei am Giglachsee, durch´s herbe Vetternkar, und in vielen Kehren auf die auffallend braunrot gefärbte Flanke der Rotmandlspitze (2.453 m). Nach einer kurzen Gipfelrast führte der Weiterweg über die Kruckeckscharte (2.303 m) zur Keinprechthütte (1.872 m), die zur Mittagsrast einlud.Gestärkt ging es in einem großen Bogen am gegenüberliegenden Hang leicht aufwärts bevor es bis zum Übergang an der Trockenbrotscharte (2.237 m) steiler wurde. Weiter auf der anderen Seite durch eine Hangmulde rasch hinab zur Landawierseeehütte (1.985 m), dem nächsten Übernachtungsplatz. Noch vor dem Abendessen wurde der untere Landawiesrsee zur abkühlenden Erfrischung aufgesucht.
Tag 3: Der Wetterbericht brachte keine guten Aussichten – Gewitter am Nachmittag war die Prognose – deshalb startete die Gruppe sehr früh von der Hütte aus Richtung Hochgolling. Der Weg führte erst einige Höhenmeter bergab, bevor es sehr steil in 1,5 Std. zur Gollingscharte (2.326 m) hinauf ging. An der Gollingscharte teilte sich die Gruppe auf, da 3 Teilnehmer gleich den Abstieg zur Hütte in Angriff nehmen wollten. Die anderen 3 zogen es vor, den Hochgolling, der mit 2.862 m der höchste Berg der Schladminger Tauern ist, zu besteigen. Zum Aufstieg wurde der Nordwestgrat mit Kletterstellen bis II genutzt, der Abstieg erfolgte auf dem Normalweg. Aufkommender Nebel verkürzte die Gipfelpause und beschränkte die Rundumsicht. Der Abstieg von der Gollingscharte führte durch den beeindruckenden Gollingwinkel, der von vielen als „ Amphitheater der Welt“ bezeichnet wird. An der Gollinghütte (1.641 m) angekommen, traf sich die Gruppe wieder zu Kaffee, Wein und Bier.
Tag 4: Für den kommenden Tag war keine Wetterbesserung in Sicht, weshalb sich 4 der Teilnehmer entschlossen, den Übergang zur nächsten Hütte mit den Abstieg ins Tal und einen erneuten Aufstieg in Angriff zu nehmen. Diese Variante führt in 1,5 Std. hinab entlang des Steinriesenbaches zu den beeindruckenden Riesachfällen und weiter vorbei am Riesachsee in weiteren 1,5 Std. bergauf zur Preintaler Hütte. Elfriede und Martha zogen es vor den 1000 m Aufstieg durch die steile Westflanke bis zum Greifenbergsattel (2.449 m) zu bewältigen. Mit der Überschreitung des 2618 m hohen Greifenbergs und dem Abstieg in den bei schönem Wetter grandiosen Klafferkessel – der eigentliche landschaftliche Höhepunkt der Tour – forderte der dichte Nebel volle Konzentration. Trotz Nebel ist der Klafferkessel eine beeindruckende Landschaft mit ein paar Dutzend Seen und Laken – ein fazinierendes Relikt aus der Eiszeit. Über die untere Klafferscharte und das Lämmerkar ging es auch für die beiden zur Preintalerhütte (1.657 m), wo der Rest frisch geduscht und gestärkt wartete. Noch am selben Abend wurde vereinbart, diesen Teil der Tour im kommenden Jahr bei Sonnenschein zu wiederholen.
5. Tag: Die Verbindung zwischen zwei weiteren Stützpunkten der Alpinen Gesellschaft Preintaler, die sich für die Erschliessung der Schladminger Tauern sehr eingesetzt hatten, nennt sich Robert-Höfer-Steig. Bei wolkenlosem Himmel starteten die Wanderer zeitig und nahmen den teilweise kräftigen Anstieg bis zur Neualmscharte (2.347 m) in Angriff. Mit der Hochwildstelle bauten 3 Teilnehmer in teils luftiger Felskraxelei mit Stellen I und einigen Krampen, den zweithöchsten Gipfel der Niederen Tauern (2.747 m) eine Variante ein. Bei strahlendem Sonnenschein und grandioser Rundumsicht wurde die ausgiebige Gipfelrast genossen. Der Abstieg von der Neualmscharte mit Blick in die Achse des Seewigtals mit einer dreistufigen Seentreppe erfolgte über einen abschüssigen, steinigen Hang. Angekommen am Hüttensee wurde nicht lange überlegt und man sprang in das glasklare, kalte Wasser. Der letzte Hüttenabend auf der Hans Wödl Hütte (1.528 m) begann mit Heidelbeer- und Preiselbeerlikör den der Hüttenwirt selbst herstellt.
Tag 6: Am letzten Tag hieß er wieder früh aufstehen, da eine Gruppe den einstündigen Abstieg zum Steirischen Bodensee antrat, sich im Tal um Reiseproviant kümmerte und den Vereinsbus, der am Ausgangspunkt parkte, zu holen. Die andere Gruppe stieg über steile Hängen aufwärts zur Filzscharte (2.213 m) und weiter den drahtseilgesicherten Aufstieg zum Höchstein (2.543 m). Nach 2,5 Std. am Gipfel angekommen, genoss man die Brotzeit und die Aussicht. Der Abstieg erfolgte anfangs sehr steil ins Kaltenbachkar, wo wieder ein hübscher See wartete. Weiter ging es über einen schmalen Steig mit abschüssigen Gras- und Geröllflanken unterhalb der zerklüfteten Kammlinie in 5 Stunden bis zur Gipfelstation der Planai. Die letzten Höhenmeter ins Tal wurden per Seilbahn zurückgelegt. Unten angekommen, wartete der Vereinsbus mit den restlichen Mitgliedern und die Heimreise wurde angetreten.
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