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Vier Tage Skihochtouren von der Marteller Hütte (2.610m)

Tourenleitung und Bericht: Markus Mayer

Donnerstag
Der Wetterbericht zeigt Donnerstag bis Samstag strahlenden Sonnenschein und der LLB eine Lawinenwarnstufe 2.
Perfekte Bedingungen, die uns dazu bewogen, bereits um 04:30 Uhr in Aichach zu starten.

Nach 5 Stunden Autofahrt, angekommen in Hintermartell, erwartet uns eine absolute Traumlandschaft: hohe Berge, eine Menge Schnee und der Parkplatz bereits auf 2000 hm.

Im Talschluss geht es vom Parkplatz direkt mit Ski Richtung Zufallhütte. In der Nähe platzieren wir einen Teil der Ausrüstung, denn unser Ziel an diesem Tag ist die Madritschspitze (3265 m). In prallem Sonnenschein ersteigen wir diesen technisch einfachen Berg und genießen vom Gipfel den Blick Richtung Ortler, Zebrù, Königsspitze und ins Skigebiet Sulden.

Die Sonne hat dem Schnee leider zugesetzt und die Abfahrt ist kein großer Genuss.

Nach einem kurzen Gegenanstieg (230 hm) erreichen wir die Marteller Hütte.
Einchecken, Abendessen, ein kleines Bierchen und ab ins Bett – am Freitag wartet die Königsetappe.

Freitag
Um 07:15 Uhr starten wir Richtung Zufallspitze. Der Zustieg über den Gletscher ist toll und der Gipfelgrat zeigt sich sehr gut begehbar. Die Ski am Rucksack stehen wir bald auf der Zufallspitze (3757 m).

Es folgt der nächste Grat – ein Schneegrat Richtung Cevedale. Alle Teilnehmer bewältigen dies souverän und bald stehen wir auf dem Monte Cevedale (3767 m). Die steile Abfahrt beschert uns den ersten Pulverschnee.

Da wir bereits mittags auf dem Gipfel waren, nehmen wir den Cima Tre Cannoni / 3 Kanonen (3276 m) noch mit. Es ist nur ein kleiner Umweg, und wir stehen an einer 9 Tonnen schweren Kanone, die im Ersten Weltkrieg hier hochgezogen wurde. Auf Schildern wird eindrucksvoll aufgezeigt, wie (dumm) die Menschheit ist und was alles unternommen wird, um sich gegenseitig umzubringen.

Die weitere Abfahrt Richtung Hütte ist ein Genuss, und wir genießen bald unser Feierabendbier auf der Sonnenterrasse und haben unsere eben bestiegenen Gipfel nochmals direkt vor Augen.

Samstag
Samstag früh wieder Start um 07:15 Uhr. Der Wetterbericht meldet am späten Nachmittag Schneefall. Wir starten Richtung östliche Veneziaspitze (3356 m) und wollen vor dem Wettersturz zurück sein.

Es geht in ein anderes Gletscherbecken und die Tour hat einen sehr alpinen Charakter. Es geht durch enge Rinnen nach oben und die Wegfindung ist bei dieser seltener begangenen Tour ein bisschen komplexer.

Am Skidepot angekommen, nehmen wir den Gipfel noch in Angriff, und die Bewölkung wird langsam bedrohlich. Also runter Richtung Hütte. Der erste Teil der Abfahrt bringt uns perfekten Pulverschnee, bevor es durch die engen Scharten wieder Richtung Hütte geht.

Dort angekommen beginnt es zu schneien. Laut Wetterbericht sollten es ca. 10 cm werden.

Sonntag
Am Sonntagmorgen sind es aber ca. 40 cm und die Landschaft hat ihr Gesicht komplett verändert.

Wir starten wieder um 07:15 Uhr Richtung Marmotta. Nach knapp 200 hm erreichen wir ein Steilstück. Dort brechen wir ab, weil die Lawinengefahr mit dem Neuschnee und Wind zu hoch ist. Auch weitere Gruppen drehen um.

Runter ins Tal und ab Richtung Heimat.

Ein wahnsinnig schönes Wochenende geht zu Ende. Alle haben ein Lächeln auf dem Gesicht und sind zufrieden.
Danke an alle für diese geile Zeit.