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Drei-Seen-Mountainbike-Trailtour rund ums Stilfser Joch

Tourenleitung und Bericht: Alexander Vogt

Eine super Woche erlebten die Teilnehmer dieser MTB-Tour, mit faszinierenden Bergerlebnissen, sehr vielen freundlichen Begegnungen und einer einfach „bärigen“ Zeit in den Bergen. Mit einem privaten Firmentransporter - der vereinseigene Wanderbus war leider nicht verfügbar – begab sich die Gruppe in Richtung Dolomiten, genau genommen bis Prad am Stilfser Joch, wo der Bus hitzebedingt in einer Kehre nicht mehr weiter wollte. Nur mit gutem Zureden und insgesamt drei Abkühlpausen wurde schließlich doch noch die angestrebte Tibethütte (2.800m) erreicht, auf der schon ein phantastisches Abendessen wartete.

Das lokale Wetter am nächsten Tag machte die geplante Tour über den Piz Umbrail mit Abfahrt ins Val Mora unmöglich, und so wurde umgeplant und direkt über die Bocchetta di Forcola ins sonnige Val Fraele abgefahren. Vom Val Fraele ging es dann zunächst hinauf über die Alpe Trela südlich des Monte Pittini (2.900m), gefolgt von einer superlangen Traumabfahrt zum Lago di Livigno, wo in der Montivas Lodge angenehm genächtigt wurde.

Eine kleine Schwächephase des Guides am nächsten Morgen konnte mit viel Vitamin C und Kräutertee überwunden werden, so dass die Tour nur kurzzeitig auf der Kippe stand. Mit gegenseitiger Unterstützung gelangte man so über den Passo di Livigno in die Schweiz und erlebte eine schier nicht enden wollende Trailabfahrt nach Poschiavo, wo man sich auf dem Campingplatz Boomerang wieder gut erholen konnte.
Am nächsten Tag ging es einschließlich der Räder mit dem Postbus hoch bis zum Berninapass. Auf gigantischen Wegen und mit herrlichen Bergerlebnissen trailte die Gruppe zurück nach Livigno, zur Übernachtung wieder in der Montivas Lodge.

Heiß auf weitere Trails führte die Tour am folgenden Tag zunächst am Westufer des Sees entlang und weiter in Richtung Val Fraele, diesmal allerdings nördlich des Monte Pittine über die Malga Alpisella. Auf einem faszinierend schönen Trail war schon gegen 11 Uhr der Lago di San Giacomo erreicht und um 11:30 Uhr das Rifugio Fraele, das nächste Nachtquartier. Nach einer ordentlichen Polenta-Stärkung und nur mit einem leichten Tagesrucksack bepackt wurde eine zweite Tagesetappe angegangen. Sie führte auf alten Militärwegen dem Aqua de Gallo folgend zunächst 200 Höhenmeter abwärts bis zum Ostzipfel des Lago di Livigno und weiter auf einem angenehm steilen Pfad hinauf zur Hochebene der Buffalora (2.300m). Nach einer Rast in traumhaftem Bergpanorama wurde wiederum auf einem anspruchsvollen Trail ins Val Mora abfahren, um dann auch noch den traumhaften Pfad zurück zum Lago di San Giacomo unter die Stollen nehmen. Dort angekommen gab es an einem italienischen Food-Truck mit herrlich kaltem Moretti die verdiente Belohnung. Von da an ging es entspannt und bestens gelaunt am Lago entlang bis zum Rifugio, wo nach einer erfrischenden Dusche ein perfektes italienisches Abendessen in uriger, schon fast familiärer Atmosphäre wartete.

Am letzten Tag ging es auf dem schon bekannten Weg über die Bocchetta di Forcola wieder zurück. Diese engen, ausgesetzten, großteils aber auch bergauf zu befahrenen Kehren aus einer anderen Perspektive zu erleben, hatte nochmals einen besonderen Reiz. Leider war diese Etappe viel zu schnell schon wieder vorbei, und die letzten 300 Höhenmeter mussten auf der Straße vom Umbrailpass hoch zum Stilfser Joch inmitten tausender Motorrad-, Sportwagen-, Wohnmobil- und Rennradfahrer absolviert werden. Fragt sich nur, ob die Gefahren als MTB-ler auf den Trails oder auf diesem Straßenabschnitt größer sind.

Am letzten Tag fiel die schon für den ersten Tag geplante Tour über den Piz Umbrail mit Abschluss auf 3.033 Meter leider wieder dem schlechten Wetter zum Opfer. So waren der letzte schöne Hüttenabend und das ausführliche Frühstück die letzte Aktivität, bevor die Heimreise angetreten wurde. 


Fazit: Eine Wahnsinns-Tourenwoche, bei der an keinem Tag etwas so lief wie geplant und dennoch alles perfekt funktioniert hat!